Der folgende Beitrag ist nicht abschließend mit ausreichend Sachbelegen bzw. Literaturzitaten ausstattbar; deshalb wird es eine weitere Stellungnahme dazu geben müssen.
Auch soll das nicht das Produkt bzw. Verfahren/Patent angreifen, sondern für mehr Transparenz sorgen – die ist nach meinem Empfinden nicht wirklich da.
Und: die einschlägig vorhandenen Daten sind nicht erschöpfend; Fragen wurden bisher nicht bis ins Detail beantwortet und rechtliche bzw. gesetzliche Vorgaben sind nicht ausreichend bedient. In Amerika gelten andere Vorgaben als in Europa.

Anlass für diesen Artikel waren wirklich viele Anfragen zum Thema Flüssiges Zeolith: ist das jetzt gut oder schlecht?
Erstmal zur Namensgebung: was ist flüssiges Zeolith?
Schließt sich die Begrifflichkeit ‚flüssig‘ und ‚Zeolith‘ nicht gegenseitig aus?
Flüssig suggeriert eine lösliche Substanz, Zeolith einen kristallinen Feststoff (unklarer Kristallitgröße, Stichwort Mahlgrad bzw. Körnung) wie gesagt unklarer Zusammensetzung und lediglich ähnlicher Strukturen (es gibt davon ca. 160; das gilt nur für kristallographische Betrachtungen OHNE den Chemiehintergrund zu beleuchten (!).
Die erste Frage, die ich mir damit stelle: warum wird ein ‚flüssiger Zeolith‘ so genannt?

Zeolith ist eine feste, kristalline, nicht näher definierte Substanz, die unklare Zusammensetzung hat und lediglich ein Oberbegriff für eine ‚artenreiche Familie wasserhaltiger Gerüstsilikate‘ (mit variabler Zusammensetzung!) (1), (2). Darunter fallen auch Alumosilikate synthetischen Ursprungs mit künstlichen (d.h. in der Natur NICHT vorkommenden Strukturen) drei-D- periodischen = kristallinen Anordnungen und Festkörperstrukturen, die unterschiedlich große Domänen (räumlich begrenzten strukturell recht homogenen Architekturen im Festkörper), Zusammensetzungen etc. haben können. Dazu braucht es eigentlich keine Literaturangabe (aber zur Sicherheit mal ein synthetischer Extremfall 3).
Interessant beim Zeolith A: hier werden Ausgangssubstanzen mit einem Molverhältnis von Si:Al = 1:1 eingesetzt. Das bestimmt – neben verfahrenstechnischen Parametern – auch die Endstruktur und chemischen sowie physikalischen Eigenschaften!

Es geht noch weiter.
Die physikalischen Eigenschaften – und die chemischen – verändern sich mit der Zusammensetzung – unabhängig von Teilchengröße, Strukturtyp, Domänengröße etc. (auf alle Details kann ich hier nicht eingehen. S. dazu Bücher von Prof. Hecht oder anderweitig versierte Literatur! Ich zitiere hier ganz bewusst KEINE Standardliteratur!).
Dazu gehören Adsorptionseigenschaften (Bindung von Gasen oder Flüssigkeiten an Feststoffe – also verschiedene Aggregatzustände binden aneinander!)), aber auch Absorption (Bindung innerhalb einer gleichen Phase, also zB. flüssig-flüssig).
Bedeutet konkret: Ein Zeolith A einer Zusammensetzung Al:Si = 1:1 ist ein Zeolith, hat aber ganz andere Eigenschaften wie ein Klinoptilolith natürlichen Ursprungs!.

Weiterhin unbeachtet bleiben Schicht- und Tonsilikate natürlichen und künstlichen Ursprungs, die NICHT die Struktur von Zeolithen haben. Auch hier kann keine konkrete chemische Zusammensetzung angegeben werden!

Ein ganz zentraler und physiologisch relevanter Satz:
Je mehr Aluminium in einem Zeolith, umso weniger säurestabil ist er.
D.h. ein Zeolith A wäre niemals geeignet für eine Einnahme, weil er sich in der Magensäure teils auflösen würde und bei Siliziummangel resorbiert würde, und zwar in einem ziemlich ungesunden Maße.

Anderer Extremfall, der ja auch schon viele Jahrzehnte, oder eigentlich Jahrhunderte eingesetzt wird: Klinoptilolith (Klino).
Aber wie ist hier die Zusammensetzung Al:Si, wie sind die Korngrößen, Formen der Kristallite (stumpf?, spitz?) und sind die Oberflächen imprägniert/behandelt? Das ist teilweise anhand der Herkunft abzulesen (Ätna, Vesuv, Popocatepetl, Mount St. Helens, Hawaii, Island, Südostasien-Gebiete mit aktivem Vulkanismus…), aber schon an der Erscheinungsform der Vulkane lässt sich erahnen, dass nicht nur der Gasgehalt eine Rolle spielt für die Form der Vulkane (Schildvulkane, Stratovulkane…),  sondern auch die chemische Zusammensetzung der Erdkruste variiert. Sonst hätten wir im Übrigen keine Bodenschätze an verschiedenen Orten mit verschiedenen Mineralien/Elementen.

Aber zurück zum Klinoptilolith. Hier wird auf die Zusammensetzung Si:Al geachtet und darauf, dass ein erheblicher Überschuss an Silizium an der Kontaktfläche (die auch im Menschen katalytisch du/oder als Molekularsieb wirkt, genau wie in der Umwelt!) besteht. Das ist makroskopisch sinnvoll, aber auch mikroskopisch und auf Molekülebene, also nanoskopisch. Denn: die Reaktivität ist unterschiedlich in den verschiedenen Größenordnungen. Beim Klinoptilolith ist die ‚Korngrößenschranke‘ zum Glück begrenzt und bewegt sich bei handelsüblichen Klino-Sorten zwischen ca. 5 und 50 µm (µ = Mikro = tausendstel Millimeter).
Die Zusammensetzung Si:Al ist wie gesagt gleichzeitig wichtig; genannt werden Verhältnisse von idealerweise Si:Al = 6:1. Manche gehen sogar noch weiter und sagen bis zu 8:1.
6:1 ist sinnvoll und natürlich vorkommend in den Strukturen, WEIL: Aluminium 6 Koordinationsstellen hat und Silizium in der Regel nur 4. Das stützt die Annahme, dass wenn ich einen 6fachen Überschuss an Silizium habe, wäre alles in Ordnung. (Das ist aber auch nicht ganz richtig, wenn man sich die Zusammensetzung der Erdkruste anschaut…)
Zusammensetzungen von Si:Al = 8:1 kommen meist durch Oberflächenimprägnierung und gezieltes Beladen der Hohlräume mit Mineralien zustande. Hier stellt sich die Frage: wie viel davon wird tatsächlich über den Verdauungstrakt ‚mitgeschleppt‘ und in den Körper abgegeben bzw. ausgetauscht gegen potentiell giftige Metalle? Oder anders ausgedrückt: wie ist die jeweilige Spezifität gegenüber bestimmten Metallen? Hier lohnt sich vielleicht ein Blick in die Mineralogie (also der Bildung von Edelsteinen und deren Zusammensetzung). Ein durchaus komplexes Thema.

Deshalb kommen wir nicht umhin, Vereinfachungen zu machen: Wie viel vom Zeolith wird an der Oberfläche ‚angelöst (auch: enzymatisch?)‘, wie hoch ist die Geschwindigkeit dieser Grenzflächenreaktionen, wie sehr ist die Imprägnierung ‚löslich‘, wie groß ist die Reichweite der Teilchen im Körper…?
Und: wie groß ist die Reichweite in Abhängigkeit der Teilchengröße und demzufolge die Reinheit des Siliziums zu wählen, ohne dass es für den Körper schädlich ist?
Oder anders ausgedrückt: wie ‚sauber‘ bzgl. des Gehalts an Al muss der Zeolith sein, ohne uns zu schädigen?
Meine Annahme: je kleiner die Kristallite, umso eher muss man Vorsichtsmaßnahmen treffen bzgl. der Sicherheit eines Produkts als Medizinprodukt oder als Nahrungsergänzungsmittel oder als Kosmetikum (in absteigender Sicherheitsquantifizierung?).

Diese unlösbare Aufgabe wird natürlich auch vom BfR und von Behörden behandelt.
Es gibt zertifizierte Mediziprodukte der Klasse 2 a und b; weiterhin gibt es Re-Evaluationen bzgl. Zeolith und auch dem SiO2 als Zusatzstoff (dem wir ja auch gar nicht entgehen können, denn es ist überall drin als Verunreinigung!) (5).
Hier wäre noch eine Literaturstelle einzufügen mit einer Liste der ‚erlaubten‘ und ‚verbotenen‘ Zeolithe für die genannten Anwendungsbereiche (wo im Übrigen auch Heilerde und andere Pulver unklarer Zusammensetzung fallen!).
Stattdessen habe ich hier eine in meinen Augen gute Zusammenfassung einer US-Bloggern eingefügt – mit verschiedenen Zeitstempeln. Bitte eine eigene Meinung dazu bilden – sofern es zukünftig noch ‚verfügbar‘ ist (4).Darauf komme ich gleich nochmal zurück.

Noch einmal: je kleiner das Material, umso zellgängiger, alles durchdringender wird es.
Irgendwann sind wir dann in nanoskopischen Dimensionen; d.h. unabhängig von der chemischen Zusammensetzung (!). Nanomaterial hat andere Eigenschaften als Nicht-Nano-Material (!!!). Das kann man nicht oft genug betonen.
Auch deshalb hat das Bundesamt für Risikobewertung Nanomaterial für diverse Anwendungen verboten (6). Ich schenke mir an dieser Stelle die ganzen weitern Verlinkungen und Diskussionen, sonst werden wir hier nie fertig.
Diskussionen dazu auch gerne in der Gruppe Silizium – Baustein des Lebens bei fb (in bezug auf Silizium!!!).

Wir nähern uns jetzt langsam dem eigentlichen Thema: CleanSlate.
Die Namensgebung impliziert eine Reinigung (unbeschriebene Tafel oder Neuanfang. Mehrdeutiger Begriff!), die auch eine gesundheitliche Wirkung impliziert oder – man könnte sogar eine Healthclaim-Aussage daraus ableiten. Es ist aber nicht meine Aufgabe, das hier zu beurteilen.
Beschäftigt man sich mit den zugrundeliegenden Patenten, wird schnell klar:

a) eine Zutatenkomponente ist Al-haltiges Klinoptilolith als Fragment (was bedeutet in diesem Zusammenhang ‚Fragment‘?)

b) Es wird Fracking eingesetzt. Das ist – in anderem Zusammenhang in Europa und speziell Deutschland verboten (ich kann nichts für die Vorgaben der Behörden)

c) es ist Vitamin C eingesetzt (die darin enthaltene Ascorbinsäure reagiert naturgemäß pH-sauer und damit zumindest anlösend auf das Produkt. Auch ist Vitamin C ein bekanntes Chelat und hat strukturelle sowie biochemische Wirkungen). Was liegt nach der prozesstechnischen Behandlung genau vor? Eine ganz neutrale Frage, die scheinbar nicht emotionslos und sachlich zu beantworten ist.
Warum verstehe ich nicht ganz.

d) Und was ist an ‚flüssigem Zeolith‘ noch Zeolith, wenn es derart behandelt wird und einerseits behauptet wird, es sei Zeolith (weil mit den zugehörigen Studien geworben wird), andererseits aber gesagt wird, es hätte mit flüssigem Zeolith nichts zu tun? Ja, wie denn jetzt?

e) Welche Teilchengrößen haben die resultierenden Fragmente – neben der Zusammensetzung, die mit geeigneten Mitteln (Imaging, MALDI-TOF, einschlägig bekannte Instrumente zur Teilchengrößenbestimmung unter in vitro- und in vivo-Bedingungen unter Analyse der Verunreinigungen) möglich wären?= Immerhin ist es eine patentgeschützte Formulierung – auch wenn die Formulierung mehrfach überarbeitet wurde (7-9).
*Edit:
Die Teilchengröße müsste eigentlich fassbar sein, um eine ausreichend statistisch valide Analytik zu betreiben (Mehrfachbestimmungen, Referenzen!!!). Das ist nicht nur aus Gründen der Reproduzierbarkeit, sondern auch wegen der klassischen Qualitätskontrolle eines Produktes schon sinnvoll, um auch eine gleichbleibende Wirkung verschiedener Chargen zu gewährleisten. Leider wird das an dieser Stelle nicht wirklich offen kommuniziert. Über das Warum zu streiten ist hier obsolet; das ist wie schon gesagt, nicht meine Aufgabe. Werden zu kleine Teilchen mit herkömmlichen Sensoren alalysiert ist: nichts messbar.

f) Unabhängig von der chemisch-physikalisch-analytischen Seite: das Marketing erscheint mir derart aggressiv, dass ich mehrfach Nachrichten bekomme pro Tag und mir das erheblich Zeit stiehlt. Derartige Aufklärungsarbeit und ein Artikel wie dieser tragen hoffentlich zu etwas mehr Transparenz und zu einer wirklich offenen Diskussion bei. Denn: wir sollten es uns wert sein, den Hersteller und/oder Händler/Inverkehrbringer zu fragen und haben auch Anrecht auf eine kompetente Antwort.
Mir ist auch bewusst, dass es ein sehr spezielles, sehr komplexes und kompliziertes (ist nicht dasselbe!) Thema ist. Mein Ziel ist auch nicht, das zu diskreditieren; aber eine entsprechende Schulungspolitik im Sinne aufklärender Arbeit ist wichtig und nicht MEIN Thema, sondern produktbezogen die des Herstellers. Auch wenn die Politik das anders sieht und teilweise gesundheitliche Aussagen verbietet, ehemals als Vitamine bezeichnete orthomolekulare ‚Partikel‘ (um mal das Vokabular zu verwenden) aus Formulierungen entfernen lässt oder Höchstgrenzen vorgibt, die längst überholt sind was Vitalstoffe angeht, aber andererseits die Grenzwerte für zum Beispiel Glyphosat verzehnfacht oder – ok, anderes Thema, aber ich erwähne es hier trotzdem – die Analysenschranken für die Lipase (Laboranalytischer Parameter für die Bauchspeicheldrüse) erheblich in die Höhe treibt bzw. hochsetzt. Dafür gibt’s keine Referenz: googelt die Historie oder fragt einen kompetenten Endokrinologen. Oder schaut euch die Pankreasprobleme an die Menschen heute haben. Warum das wichtig ist?
Vermutlich – es sprechen aus meiner Sicht einige Indizien dafür – ist die Bauchspeicheldrüse einer der größeren Speicher für Silizium in unserem Körper. Gehört also durchaus hierher.

g) Warum werden Studien zum Zeolith zitiert, dann aber das – ja, ist es denn jetzt Nanomaterial oder nicht – verkauft (über MLM will ich mich hier gar nicht auslassen. Da mag es allgemein gute Produkte geben…) und das für 80-90 Euro bzw. Dollar?

h) Unabhängig davon ob es ein Clean Slate, PB, PBX, TRS etc. ist: sind diese Produkte nach den gleichen Maßstäben geprüft worden oder haben sie gar erst eine vorläufige Zulassung? Diese kritische Frage muss gestellt werden, wenn größere Firmen im Raum stehen, die ein Interesse daran haben, zu verkaufen und dafür einen Traditionsbegriff nutzen: Zeolith.

i) warum befindet sich das Material auf dem Markt, wenn die Studien dazu nicht abgeschlossen sind?

j) Warum ist das Material auf dem EU-Markt, wenn es eine Zulassung auf dem amerikanischen Markt hat (vor dem Hintergrund der sicherheits-toxikologischen und juristisch-gesetzgeberischen Regelungen?)?

k) Wie genau verhalten sich die Inhaltsstoffe untereinander (Stichwort ‚Einsatz von Kieselsäure und löslichen Aluminiumsalzen als Wirkverstärker bei…‘)? Schaut man in medizinische Datenbanken, ist das gerade ein heiß umkämpftes und sehr intensiv beforschtes Gebiet, das nahezu grenzenlose Anwendungsoptionen hat (zB. pubmed). Suchen Sie selbst.

l) warum gibt es allgemein keine Differenzierung zwischen ‚Picomaterialien‘, Nanomaterialien, Submikromaterialien, Kolloiden etc. – und zwar was die Toxikologie angeht, die Umweltbelastung angeht, fett- und wasserlösliche Formulierungen angeht (die meisten Umwelttoxine sind fettlöslich; allerdings gibt es auch viele wasserlösliche und Emulgatoren UND den wirklich guten Substanzen, die im wahrsten Sinn des Wortes orthomolekular sind? Echte Vitalstoffe, Omega3-Fettsäuren, bis auf weiteres gültige Aussagen über B-Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe und viele weitere Naturstoffe, die uns helfen könnten, wieder gesünder zu werden?

m) wann wird eigentlich die Bedeutung kolloidaler Substanzen anerkannt, die Fluch und Segen gleichermaßen für uns sein können? Je mehr wir das Thema negieren, umso mehr verlagern und verschieben wir die Umweltprobleme, die wir jetzt schon haben. Mit fatalem Ausgang.

n) um den Bogen zu schließen: Silizium ist die wirksame Komponente auch in den Zeolithen. Auch CleanSlate, PB/PBX/TRS etc. gehören dazu aus meiner Sicht. Warum beschäftigt man sich nicht mehr mit dem offensichtlichen Thema Silizium, das uns begleitet – ob wir wollen oder nicht?

o) die fluide sich ändernde Informationsgmeinschaft tut ihr übriges. Stichwort SEO oder auch mal ein ‚deadlink‘ wo vorher noch was interessantes stand. Deswegen wayback-machine.
Wenn die auch nicht mehr funktioniert, sagt mir das auch etwas.
Wir funktionieren frequenztechnisch, aber auch biochemisch. Das war schon immer so und wird sich NIE ändern, solange es Menschen gibt. Oder soll sich das jetzt mit dem Einsatz ’neuer‘ Produkte oder ’neuen‘ Erkenntnissen geändert haben?

Diese Frageliste ist beliebig erweiterbar.

FAZIT:
ich bleibe solange fern von der Anwendung derartiger Produkte und sehe von der Beantwortung von Fragen zur Anwendung, Dosierung und langfristiger Einnahme derartiger ‚neuer‘ Produkte AB.
Man sehe mir das nach; ich bevorzuge Al-freie Formulierungen aus vielen Gründen.
Das ist MEINE Entscheidung.

Literatur (Auswahl):
https://de.wikipedia.org/wiki/Zeolithgruppe
2. https://de.wikipedia.org/wiki/Zeolithe_(Stoffgruppe)
3. https://www.chemie.de/lexikon/Zeolith_A.html
4. https://web.archive.org/web/20190330130302/https://alisonvickery.com.au/binders/ (Zeitstempel 2019); https://web.archive.org/web/20200311205538/https://alisonvickery.com.au/binders/ (Zeitstempel 2020)
5. https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.2903/j.efsa.2018.5088
6. https://www.bfr.bund.de/de/gesundheitliche_bewertung_von_nanomaterialien-30413.html
7. https://uspto.report/patent/app/20170107121#:~:text=Christina%20rahm
8. https://asiannews.in/dr-christina-rahm-cook-patent-news-root-brands-nutraceutical-detox-rejuvenation-patent-granted-cleveland-ohio/?amp=1
9. https://patents.google.com/patent/US10894721B2/en?inventor=Christina+Rahm&oq=Christina+Rahm
10. Al vs. Si-Gehalte in synthetisierten beta-Zeolithen nanokristalliner Natur (2010)
11. Nano-SiliziumOXID versus Nano-Kieselsäure – ein kleiner aber entscheidender Unterschied

Diese Frage wird sehr oft an mich herangetragen.
Oftmals verbunden mit ‚wieviel soll ich denn nehmen‘? – um nicht den Imperativ zu bemühen ‚wie viel muss ich denn…‘?

Eine klare Antwort kann ich nicht geben, höchstens meine Einschätzung. Die ist subjektiv, aber vielleicht hilfreich.
Je länger ich mich mit der Materie befasse, umso wichtiger wird der Satz: wir ‚müssen‘ uns mit Silizium, d.h. Kieselsäure sättigen, und zwar der Leistung des Immunsystems entsprechend um eine Überladung zu vermeiden.
Das klingt vielleicht auch nicht aufschlussreicher, deshalb einige Literaturhinweise, welche Form gut bioverfügbar ist. Und: welchen Siliziumgehalt und Form bzw. Festkörperzustand (amorph oder kristallin) ein Silizium in einer Süßwasseralge verglichen mit einer Salzwasseralge hat. Schon das Vorliegen der entsprechenden Form bestimmt die Bioverfügbarkeit und damit die Wirkung mit.
Ebenfalls wichtige Kenngrößen dafür, ob sich eher amorphes oder kristallines Material bildet ist der pH-Wert und der Salzgehalt.
Dazu beschreiben Siliziumspezialisten übereinstimmend ein Modell, an dem auch die Alterung von Kolloiden festgemacht werden kann. Das mag trocken klingen, ist aber vor dem Hintergrund der Tatsache, dass wir Menschen kolloidale Systeme sind, durchaus lebendige Wissenschaft und daher sehr grundlegend für alles Leben.

Grob gesagt ist bei pH kleiner 7 und in Gegenwart von Salz eher eine kleinmolekulare ‚elektro-lytische‘ Zusammensetzung zu erwarten, die einen echten kolloidalen Zustand erschwert, vor allem dann, wenn wenig Wasser vorhanden ist.
Sie können sich vielleicht vorstellen, welchem Zustand das in unserem Körper entspricht: den der Übersäuerung und Sättigung mit Schlacken, vor allem im Zellzwischenraum. Oftmals ist hier auch ein Löslichkeitsprodukt überschritten und der Anteil kristalliner Silikate ist höher. Resultat: Steinbildung. Das ist in Literatur (2) sehr schön gezeigt.
Bei pH7-10 und in Abwesenheit von Salzen ist ein anderes Phänomen zu beobachten; eine eher langsamere größere Teilchen beinhaltende lockere Assoziation mit überwiegend amorphen Anteilen (ebenfalls in 2 dokumentiert).
Das bedeutet, dass Süßwasseralgen eher amorphe Kieselerde bilden werden, während bei sehr salzigem Wasser auch kristalline Anteile vorkommen. (Das heißt aber im Übrigen nicht pauschal, dass Salzwasseralgen die schlechtere und Süßwasseralgen die bessere Entgiftungskapazität haben!)
Was das für unseren Körper bedeutet, der sich ja auch in vielen pH-Bereichen bewegt, aber meist im Neutralen bis schwach basischen, hat Auswirkungen von beidem.
Aber hier ganz besonders hat es Einfluss auf den Magen und damit auf die Bioverfügbarkeit verschiedener Siliziumverbindungen aus Pflanzen bzw. frischer und/oder getrockneter Kräuter, die oftmals organisch gebunden und damit wenig verfügbar sind (Bambus: 2-4% wird oft angegeben).
Hier kommen geeignete Extraktionsmethoden ins Spiel, die die Produkte aufwerten (wie in 1 beschrieben).
Auch die herrschenden Potentiale spielen dabei eine Rolle: wir brauchen im Körper eine reduktiv basische Natur, um gut leben zu können und den Stoffwechsel maximal gut ausschöpfen zu können (das ist im Übrigen auch das Credo des Rohköstlers Dr. Karl Probst).

Eine ganz grobe Richtlinie für die Aufnahme: je kleiner die Teilchen, umso weniger Menge brauchen wir und umso besser werden die Teilchen auch aufgenommen im Sinne einer Mineralisierung.. Das geht einher mit einer erheblich größeren inneren Oberfläche.
Was ebenfalls eine Rolle spielt: de Zeit, also der Verlauf der Freisetzung kolloidaler Strukturen.
Ideal wäre ein Transporter, der nach und nach die Kolloide wie gewünscht in idealer Dosierung freisetzt, so dass der Körper sich das in Geschwindigkeit und Kapazität nehmen kann, was er braucht. Damit das alles nich so einfach wird: meistens hängen daran auch Mineralien/Spurenelemente, Aminosäuren und andere kleinmolekulare oder größermolekulare Verbindungen.
Das bedeutet: Dosierungen von zB. 60 Milligram (bei echten Kolloiden, diese haben eine hohe Bioverfügbarkeit und enorme Reichweite innerhalb des Körpers) täglich bis hin zu 2×5 Gramm (als feste Kieselede oder auch Zeolith, diese haben eine schlechte Bioverfügbarkeit und eher bindende ionenaustauschende lokale Wirkungen) sind möglich. Jetzt werden Sie etwas besser verstehen, warum die Antwort schwierig und produktbezogen ausfallen muss.
Und: das gilt im Übrigen auch für andere Kolloide, die nicht notwendigerweise Silizium enthalten.

Weitere Details dazu werde ich in meinem kommenden Buch ausführen.

Literatur (Auswahl):
1. Scholey, D.V., Belton, D.J., Burton, E.J. et al. Bioavailability of a novel form of silicon supplement. Sci Rep 8, 17022 (2018).
Bioverfügbarkeitsvergleich unterschiedlicher Siliziumquellen nach 30 min und 24h
2. Quellen, Bioverfügbarkeit und Sicherheit von verschiedenen Siliziumpräparaten bei Verwendung in Lebens- und Nahrungsergänzungsmitteln

Viele mögen sich an dieser Stelle fragen: Ist Silizium wirklich essentiell? Wir haben doch genug davon!
Haben wir wirklich genug oder ist es nur ein weiterer Unsinn, über einen Bedarf zu philosophieren, wobei doch genügend bekannt ist, dass wir Silizium überreichlich wie Sand am Meer haben?
Was macht es in uns und wie ist die Wirkweise?

Um diese und weitere Fragen zu beantworten, muss man die Evolution betrachten.
Kieselalgen sind vermutlich die ersten primitiven Lebensformen, die es auf unserer Erde gab und gibt.
Also sozusagen ein ‚Erfolgsmodell‘ der Evolution.
Algen leben von Licht und Wasser; manche sind zur Photosynthese fähig. Daraus sind Meereslebewesen und letztlich auch wir entstanden, was nach heutiger Auffassung der Wissenschaft auch unbestritten ist. Bei derartiger Verteilung insbesondere von Siliziumdioxid in der Erdkruste fällt es schwer anzunehmen, dass Silizium keinerlei Einfluss auf unsere Entwicklung hatte.
Es gibt viele Publikationen zum Thema Silizium; hier möchte ich nur die wichtigsten und jüngeren aufgreifen und das beleuchten, was anderswo nicht zu finden ist.
Die Forschungen von Dr. Becker und vor allem die Forschungen von Prof. E.M. Carlisle (1), aber auch von Schwarz (2) bestätigen Silizium als essentiell (oder essenziell) für Tiere, vor allem für Hühnchen, aber auch in der Folge für Ratten und Kaninchen. Mängel verursach(t)en Minderwuchs und Missbildungen.
Auch für Menschen wird es inzwischen als ‚pseudoessentiell‘ bezeichnet. Die Frage der Essentialität scheint ein Problem für die Akzeptanz als Spurenelement zu sein.
Das hat möglicherweise mehrere Gründe: das überreichliche Vorkommen in unserer Umwelt, die damit verbundene Forschungsmüdigkeit aber auch die mögliche toxische Wirkung bei Inhalation unlöslicher Stäube und übermäßigem Konsum verschiedener Formen.
Allesamt sehr wichtige, entscheidende und bis heute ebenso vernachlässigte Details.
Deshalb spreche ich hier von Silizium in Form löslicher Kieselsäure, falls nicht anders erwähnt.

Dieses überaus interessante Spurenelement scheint also die Triebkraft für Wachstum und Entwicklung zu sein.
Viele aufsehenerregende Untersuchungen folgten; die damit verbundenen Namen sind bekanntermaßen zahlreich und reichen über Kervran, Voronkov, Rühlmann, Kaufmann, Müller und vielen weiteren bis zu Jugdaosingh, Exley und weiteren aktuell wirklich spannenden Forschern, Publikationen und Erkenntnissen.
Wir haben ca. 100 mg pro kg Körpergewicht oder auf 70 kg gerechnet ca. 7 Gramm in uns – Junge (auf das Körpergewicht umgerechnet) mehr als Alte. Nur wo?
Im Laufe der Zeit wurde klar, dass Silizium nicht nur auf die Gesundheit der Knochen wesentlichen Einfluss hat, sondern auch auf die der Knorpel, des Bindegewebes und damit Haut, Haare und Nägel sowie Gefäßelastizität, auf das Immunsystem, auf das Gehirn, unsere Zähne und Wachstumsprozesse in einer fluiden Art und Weise, die bis heute nicht richtig verstanden worden ist (Beschreibung von Voronkov als ‚Feuerwehrmineral‘, was von Carlisle et al. bestätigt wurde) und vieles weitere.
Dabei ist entscheidend, in welcher Form Silizium eingesetzt wird – etwa als Heilerde, Diatomeenerde, Zeolith oder lösliche Kieselsäure in Tees, Gräsern, Wurzelgemüse oder Kräutern, Beeren, Büschen und Bäumen. In tierischen Organismen findet sich interessanterweise weniger Silizium als in pflanzlichen, denn als Quellen in der Literatur werden fast ausschließlich Pflanzen erwähnt.
Um besser zu verstehen, was wofür eingesetzt werden kann, lohnt sich ein kleiner Blick auf die Chemie.

Herausragende Eigenschaften von Silizium als Kieselsäure sind etwa die Wasserbindungskapazität, eine hohe Oberfläche und Oberflächenaktivität, eine echte Katalysatorfunktion, die bemerkenswert selektive Bindung an Lipoproteine, die Transporterfunktion für Ionen wie Magnesium, Calcium, aber auch Eisen, Phosphat und weitere Metalle, die Aufrechterhaltung eines optimalen kolloid-physiologischen Zustandes und einer optimalen Membranpolarität…
Voraussetzung dafür ist eine kolloidale Natur, also ein kleinmolekularer löslicher Molekül- bzw. Ionenverband.
Hier geht das Verständnis bei vielen verloren: was genau ist kolloidal?
Einige beschreiben kolloidale Teilchen als kleinste ’schwebende‘ Teilchen, die allerdings auch löslich sein müssen, sonst können sie keine biologische Aktivität ausbilden.
Was ist ‚kleinst‘?
Kolloidal deckt einen Bereich von wenigen Mikrometern bis hin zu einem Nanometer ab, also grob den Faktor 2000-3000.
Das ist unvorstellbar viel, aber verglichen mit Molekülen in unserem Körper auch logisch und sinnvoll: wir funktionieren auf kolloidaler löslicher Ebene. Insofern schadet uns ein Kolloid nicht, solange es körpereigene Substanzen enthält.
Dieser kleine Nebensatz ist dabei unglaublich wichtig.
Wenn wir uns mit der Herstellung eines Gels beschäftigen, müssen wir erst eine Lösung haben.
Ob dabei im Folgenden ein Sol (also eine Lösung) bleibt oder ein Gel (ein gallertartiges glibbriges Material) gebildet wird, hängt von vielen Faktoren ab wie Konzentration, pH, ‚Alter‘ der Lösung, mechanischer Behandlung, Anwesenheit von Salzen, Temperatur, verschiedenen Grenzflächeneffekten etc., die steuerbar sind, allerdings nicht garantieren, dass ein entstandenes Gel für immer stabil bleibt.
In diesem Sinne bekommt fluide eine neue Bedeutung: der Zustand ist nur vorübergehend und impliziert eine hohe Austauschgeschwindigkeit und ‚Bewegung‘ des Materials.

Aber wie liegt das Material vor? Gibt es Kieselsäure im molekularen Zustand oder im Festkörper tatsächlich?
Die Antwort ist ja.
Sato und Shimada (6) konnten 2017 zeigen, dass die gefundenen Strukturen von Mono- und Dikieselsäure sowie weiterer Kieselsäuren mit den vorhergesagten völlig übereinstimmten. Sie konnten auch zeigen, dass in unpolaren Lösungsmitteln tatsächlich völlig protonierte Formen vorliegen, also echte Kieselsäuren mit allen denkbaren OH-Gruppen.
Kristallisiert wurden Mono-, Die-, Tri-, und Tetrakieselsäuren.
Aufgrund dieser wichtigen Erkenntnisse lassen sich für die Zukunft möglicherweise modellhaft Vorgänge in unserem Körper besser verstehen und beschreiben.

Silizium kommt in der Natur an Grenzflächen und Oberflächen biologischer Systeme vor, also in Wasser, Erde, Gestein, Blättern, Biomembranen, Zellorganellen und (Makro)Molekülen.
Im Zuge der Verarbeitung unserer Lebensmittel und Entfernen von Ballaststoffen verlieren Lebensmittel an Silizium und enthalten allenfalls noch unlösliche nicht verwertbare Bestandteile.
Das ist einer der Gründe, warum wir heute paradoxerweise zu wenig Silizium aufnehmen können.
Ein zweiter sehr wichtiger ist die an Mitochondrienleistung gebundene Aufnahme (wie bei vielen anderen Mineralien und Spurenelementen auch; hier kommt allerdings die Eigenschaft des Siliziums als Ionenaustauscher und Katalysator zum Tragen).
Oft wird auch gefragt, wie hoch der tägliche Bedarf ist (20-50 mg), wie schnell Silizium wieder ausgeschieden wird (das hängt von der Form ab), ob es transdermal aufgenommen wird (das ist anzunehmen), was dabei genau passiert und wo es sich am meisten anreichert.
Ein Teil der Fragen lässt sich nur eingeschränkt beantworten aufgrund der produktabhängigen und dosisabhängigen Wirkung, der Aufnahmewege (oral/transdermal) und aufgrund der fluiden Verteilung.
Eine inhalative Aufnahme kristalliner Stäube ist ganz klar gesundheitsschädlich, wobei inzwischen diskutiert wird, ob die abrasiven Eigenschaften der Kristallite dafür verantwortlich sind (rein mechanisch bzw. anders gesagt: rein physikalisch- also von der chemischen Zusammensetzung unabhängig!; das gilt dann auch für Stäube anderer Zusammensetzung!) oder eine lokal stimulierende Wirkung auf Zellen oder eine einfache Bildung von Knoten und Knötchen aufgrund zu hoher Konzentration und osmotischer Aktivität der Teilchen (spezifisch für Silizium, zB. wasserbindende und damit austrocknende Eigenschaft).

Bekannt ist, dass amorphe Teilchen, also nichtkristalline lockere Pulver, die in der Natur unter anderem als Opal, aber auch in Diatomeenerde vorkommen, weniger ‚hart‘ sind als zB. Quarzkristalle (Klassifizierung der Teilchen nach der Mohs’schen Härteskala).

Empfehlenswert aus diesen Gründen ist eine lösliche kleinmolekulare Form in oraler oder transdermaler Anwendung, aber zumindest eine Verwendung amorpher und in meinen Augen sauberer Materialien. Auch ‚organisch‘ meint eine organisch gebundene Form an etwa Polysaccharide (Stärke) oder unlösliche Fasern (Achtung, es gibt einige Verwechslungen im Deutschen im Vergleich zum Englischen. Darüber habe ich an anderer Stelle schon geschrieben (8). So kann ‚organic‘ im Englischen sowohl ‚biologisch‘ als auch der organischen Chemie entstammend, also eine Si-C-Bindung enthaltend bedeuten). Deshalb muss auf die ‚richtige‘ Zubereitung geachtet werden, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Dabei scheint es ein Optimum der Zufuhr zu geben, das allerdings nicht näher beziffert werden kann.
In Form kolloidaler Kieselsäure in Konzentrationen von 2,8-3,5% dispers-kolloidaler Kieselsäure bei bestimmungsgemäßer Verwendung konnte in bisherigen Studien über 3 Monate keine negative Wirkung festgestellt werden (9).

Die Wirkung auf unseren Körper wurde und wird an verschiedenen Studien erforscht und weiter bearbeitet; interessant ist dabei die Bindung an Proteine, an Lipide = Fette und an Kombinationen daraus (10).
Aktuell wird eine weitere Studie vorbereitet; ich werde noch darüber berichten.

Jugdaosingh (7) beschreibt in einer neuen Publikation, erschienen in Nature 2020, die Rolle von Silizium als genetischen Schalter – so könnte man das vereinfacht ausdrücken. Interessant ist außerdem, dass hier Dental-Follikel-Zellen verwendet wurden, also Zahnmaterial.
Silizium hat also Einfluss auf die Genexpression – das ist neu und erklärt den ‚Impact factor‘ (damit ist die Wichtigkeit einer Schrift für die Wissenschaft gemeint) für ein Erscheinen in der renommierten Zeitschrift ‚Nature‘.
Neu an dieser Untersuchung ist auch, dass es offenbar dosisabhängige Effekte der Genregulation gibt, die sich zwischen 25 und 100 µg/ml bewegen.

Fazit:
Silizium ist essenziell für die Kollagenbildung an verschiedenen Stellen im menschlichen Körper und scheint eine fluide Rolle zu spielen.
Dabei ist auf eine möglichst lösliche kolloide Art der Zufuhr zu achten, um eine Mineralisierung des Körpers zu gewährleisten.
Dass hier eine GENETISCHE Eigenschaft eine im wahrsten Sinn tragende Rolle spielt, ist neu.
Wir dürfen alle gespannt sein, was sich in Zukunft noch ergeben wird in der Biologie von Kieselsäuren in lebenden Organismen.

Literatur (Auswahl!)
1. Carlisle, E. M. (1972): Silicon. An essential element for the chick. In: Science (New York, N.Y.) 178 (4061), S. 619–621. DOI: 10.1126/science.178.4061.619
2. Carlisle, E. M. Silicon as an essential trace element in animal nutrition. Ciba Found. Symp. 121, 123–39 (1986).
3. Schwarz, K.; Milne, D. B. (1972): Growth-promoting effects of silicon in rats. In: Nature 239 (5371), S. 333–334. DOI: 10.1038/239333a0
4. Voronkov M. G. G. I. Zelchan und E. Lukevitz, Silizium und Leben; Biochemie, Toxikologie und Pharmakologie der Verbindungen des Siliziums, Berlin, Akademie Verlag (1975).
5. Iler, R. K. The chemistry of silica: solubility, polymerization, colloid and surface properties, and biochemistry: Wiley (1979).
6. Igarashi, M., Matsumoto, T., Yagihashi, F. et al. Non-aqueous selective synthesis of orthosilicic acid and its oligomers. Nat Commun 8, 140 (2017). https://doi.org/10.1038/s41467-017-00168-5
7. Uribe, P., Johansson, A., Jugdaohsingh, R. et al. Soluble silica stimulates osteogenic differentiation and gap junction communication in human dental follicle cells. Sci Rep 10, 9923 (2020). https://doi.org/10.1038/s41598-020-66939-1
8. weitere Informationen auf https://www.facebook.com/groups/Silizium/ bzw. aus persönlichen Mitteilungen.
9. weitere Info bei K. Kaufmann bzw. auf der Internetseite von Anton Hübner GmbH.
10. A.A. Chuiko, A.A. Pentyuk, and V.K. Pogorelyi in: colloidal-silica-fundamentals-and-applications, Kapitel 13: Enterosorbent Silics: Properties and Clinical Application, S. 177-85.
11. Klaus Kaufmann: Silizium – Heilung durch Ursubstanz, Helfer Verlag E. Schwabe GmbH, 1997 (ISBN 3-87323-049-6).

In Zeiten, in denen andere Dinge wichtiger zu sein scheinen, nehme ich mir die Zeit, um über ein überaus wichtiges Thema zu reden, was eigentlich jeden angeht.
Die jüngsten Erkenntnisse – ich möchte noch nicht einmal sagen, dass sie wissenschaftlich sind – erfordern eine Neubeschäftigung mit diesem Thema sowie eine weitere Verbreitung.

Knochenprobleme gehen uns alle an – ob Osteoporose in den Knochen, ob Bandscheibenvorfall, Wirbelbruch, Oberschenkelhalsbruch, Ermüdungsbrüche in Fuß- und Handknochen, ‚Kalkschulter‘, Deformationen verschiedenster Art.
Gleichzeitig treten schon fast pandemisch  stressbedingte Darmprobleme, Bindegewebsprobleme, erschöpfte Pufferkapazitäten, hormonelle Probleme und vieles mehr gleichzeitig auf.
Was haben sie alle gemeinsam?
Was hat das ganze mit Kieferproblemen und dem Zahnhalteapparat zu tun?
Und wo ist präventiv am meisten anzusetzen?

 

Vitamin D-Mangel – eine Pandemie
Ein Knackpunkt in der Entwicklung der Knochengesundheit ist sicherlich die bahnbrechende Publikation von Veugelers et al. von 2014. Darin ist ein Rechenfehler im Bedarf von Vitamin D offengelegt: wir brauchen durchschnittlich 8000 IE täglich und nicht 800 IE, wie bis dahin angenommen.
Wir brauchen also 10mal so viel Vitamin D als bisher bekannt (!).
Eine sehr gute und detaillierte Analyse der Lage von Prof. Jörg Spitz & Chris Göthel dazu zeigt hier deutlich, dass noch sehr viel Aufklärungsarbeit erforderlich ist.
Was in diesem Zusammenhang wichtig ist: Vitamin D ist zwar Knochenvitamin, aber alleine Vitamin D verhindert noch keine Osteoporose.
Das Calcium-Paradoxon (zu viel Calcium in Gefäßen, zu wenig in den Knochen) wirft weitere Fragen auf.
Demzufolge sind alle bisher durchgeführte Studien mit teils 10fachen Mengen an Vitamin D zu wiederholen (!)
Es geht aber noch weiter.
Vor diesem Hintergrund erscheinen gerade die Calcium-Transporter Silizium und Vitamin K2 als Menachinon MK-7 als die vielleicht engsten Cofaktoren für Vitamin D neben den im Folgenden genannten.
Insbesondere Kieselsäure ist hier aufgrund der vorhandenen Menge und dem Umsatz im menschlichen Körper aufgrund seiner Transporteigenschaften vermutlich ein bisher völlig unterschätzter Cofaktor von D3, was sich in einigen Studien und Arbeiten von R. Jugdaosingh auch andeutet. Synergien und Cofaktoren sind auch anhand qualitativ hochwertiger Produkte neu zu bewerten (zum Beispiel die frühen Arbeiten von Prof. Carlisle). Außerdem gibt es genetische Faktoren, die bisher völlig unberücksichtigt blieben.
Ein zweiter Punkt ist die ‚richtige‘ Wahl wirksamer kolloidaler Produkte – eine ebenso falsch verstandene wie unterschätzte Tatsache.
Hier gibt es viel inkohärente Forschung und wenig Kooperationen. Warum?

 

Ansätze der orthomolekularen Medizin
Was ist mit den Calcium-Transportern und weiteren ‚Cofaktoren‘ von Vitamin D?
Magnesium aktiviert Vitamin D – hat aber noch viele weitere Eigenschaften. Mehr Stress führt zu mehr Magnesiumbedarf.
Vitamin K2 ein wichtiger Cofaktor von Vitamin D, der seinerseits Calciumtransporter steuert über die Carboxylierung von Osteocalcin und Matrix-GLA-Proteinen.
Silizium ist das einzige Mineral, das als kolloidale Kiesesäure sowohl Calciumtransporter als auch Kollagenbildner ist, also für Festigkeit und Elastizität von Kollagen sowie Mineralisierung der Knochen wichtig ist.
Hier gibt es ein viel größeres Problem: wir haben einen Mangel im Überfluss, der kaum bekannt ist.
Das liegt an unserer industriellen Ernährung, aber auch daran, dass wir zum Beispiel zu wenig Grünes essen (hier auch: Gräser, Beeren, Früchte, Kohl, Fermentiertes etc.).
Zink ist direkt beteiligt an der Aktivierung von Pro-Vitamin A (natürliches beta-Carotin) zu aktivem Retinol bzw. weiteren Vitamin-A-Derivaten. Zinkmangel bedingt damit auch einen Mangel an aktivem Vitamin A und damit auch einen schlechteren Vitamin-D-Stoffwechsel.
Zink ist aber auch beteiligt an hormonellen Regulationen und der Entgiftung sowie der Bekämpfung akuter Infekte. Außerdem wirkt es eng mit dem besonders wichtigen kollagenbildenden Vitamin C zusammen.
Besonders bei Frauen sind hormonelle Probleme heute leider eher die Regel als die Ausnahme.
Vitamin A ein wichtiges Vitamin, das ebenfalls wie Vitamin D eine hormonelle Wirkung hat. In einem weiteren Artikel habe ich zu Zink und Vitamin A bereits einiges beschrieben.
Bor scheint als weiterer Cofaktor von Vitamin D ebenfalls eine Rolle zu spielen.
Einige Parallelen zum Silizium: Bor ist klein, im Körper negativ geladen, eine Lewis-Säure, bildet Netzwerke als Hydroxid und Salz (‚Kaiser‘-Borax) und ist nicht nur für die Knochengesundheit wichtig, sondern auch für das Knorpelbindegewebe wichtig.
Calcium sorgt für Knochenmineralisierung, hat aber auch neutralisierende Funktionen für saure Stoffwechselzwischenprodukte. Die Menge (1000-1200 g im Körper; Tagesbedarf ca. 400-1500 mg, durchschnittlich ca. 700 mg) ist dabei nicht alles; entscheidend ist die Verteilung zum Stärken des Knochenkollagens. Unter anderem deshalb halte ich die Calcium-Transporter für wichtiger als den Calciumgehalt an sich.
Phosphat Unter anderem ‚Signalgruppe‘ und ebenfalls Knochenbaustein, aber auch Energieträger (zB. im ATP).
Omega3-Fettsäuren à sind in unserer Ernährung vor allem in Form von EPA (Schmerzlinderung) und DHA (‚Matrix‘ unseres Gehirns) oft zu wenig vorhanden und haben über Entzündungskaskaden und hormonelle Regulationen auch Einfluss auf den Knochenstoffwechsel.
Wichtig ist hier eine Verbesserung der Immunität und der Mitochondrienstoffwechselsituation.

Im weiteren Sinne sind auch Vitamin C (dosisabhängig auch als Ca-Transporter!) und weitere Kollagenbildner zu berücksichtigen.
So fördern etwa auch Lysin, Prolin und Glycin den Kollagen- und Bindegewebsaufbau, ebenso wie etwa Knochenbrühe guter Qualität und entsprechender Rezeptur.

 

Weitere Ursachen
Der Verlust der Ca/Mg-Balance ist ein Hauptgrund für die Entwicklung einer Osteoporose. Dem geht allzuoft gerade bei Frauen ab 35 ein Siliziumverlust voraus.
Was viele nicht wissen: der Verlust dieser Balance verursacht eine hormonelle Schieflage, die sich in Wechseljahresbeschwerden, vermehrtem Stress und schließlich in manifester postmenopausaler Osteoporose manifestieren kann.
Auch Medikamente (Cortison, synthetische Hormone) und Dauerstress (Cortisolüberschuss durch zu langsamen Abbau oder erneuter Stressbelastung der Nebennieren) können hier langfristig zu einer Entkalkung beitragen, ebenso wie eine diabetische Stoffwechsellage und weiteren hormonellen Dysbalancen, die durch verschiedenste Toxine (etwa Blei und Cadmium) sowie Weichmacher und Lösungsmittel verursacht werden können.
Auch Anämien können Osteoporose begünstigen (Mangel an Eisen, B12, Kupfer, B1, B6…).
Interessant sind Zusammenhänge mit Bakterien wie verschiedenen Stämmen des Bacillus Subtilis. Diese werden in Fachkreisen schon lange als potente Probiotika eingesetzt und hängen eng mit Vitamin K2 sowie mit gut verfügbaren Mineralien wie Magnesium zusammen – Zusammenhänge zwischen etwa natto-reicher Kost und verminderter Osteoporoseneigung inbegriffen.
Daran ist insbesondere bei der Mundhygiene und auch bei Parodontose/Parodontitis zu denken!

 

Maßnahmen
Reduktion von E-Smog, geeignete Bewegung, Gymnastik, Rolfing/Liebscher und Bracht, ggf. eine Entsäuerung sind Basissäulen einer guten Knochengesundheit.
Ein Faszientraining jedweder Art sowie geeignete Akupunktur mit Nadeln oder auch per Laser kann kurzfristig sehr gut Linderung verschaffen, ist aber bei fortgeschrittenen Problemen nicht immer zielführend.
Als sehr wichtig erachte ich auch die Bekämpfung evtl. vorhandener Pathogene wie Streptokokken und Viren.
Gerade bei Schmerzen im unteren Rücken ist immer der Darm mit einzubeziehen.

 

Fazit
Die Maßnahmen können sehr individuell werden und schließen natürilch den gesamten Halteapparat ein, weil niemand nur ‚Rücken‘ hat oder einen Bandscheibenvorfall.
Prävention ist deswegen so wichtig, weil das erste Symptom einer Osteoporose oft ein Knochenbruch oder ein Wirbelbruch oder ein Bandscheibenvorfall mit Schädigung eines Wirbels ist.
Durch Prävention, ausreichende Gaben entsprechender Vitalstoffe und altersgerechte Bewegung lässt sich sehr viel tun.

 

Literatur (Auswahl):

  1. https://www.youtube.com/watch?v=PXWKPTye_T8 und dort zitierte Literatur
  2. Podcast zum Knochenstoffwechsel, Osteoporoseprävention und Zusammenhängen
  3. Grassrootshealth – D3-Infos, Grafiken und Studien in englischer Sprache
  4. Dr. Schweikart – Informationen zu Kofaktoren von Vitamin D
  5. R. Jugdaosingh, “Silicon and bone health,” Journal of Nutrition, Health and Aging, vol. 11, no. 2, pp. 99–110, 2007.
  6. E. M. Carlisle, “Silicon: a requirement in bone formation independent of Vitamin D,” Calcified Tissue International, vol. 33,
    no. 1, pp. 27–34, 1981

 

Das Kieferbein ist oftmals eine vorgeschädigte Stelle auch nach dem Einsetzen von Zahnimplantaten.
Hier müssen nach meinem Verständnis mehrere Dinge unterschieden werden:
1. die Stärkung des Kieferknochens nach dem Entfernen eines (toten?) Zahns
unter begleitener Substitution bzw. Maßnahmen zum geeigneten Binden der Giftstoffe wie Thiole, Mercaptane, Thioether, Skatole, Polyamine und weiteren Gärungs- und Fäulnisverbindungen sowie schädlichen Bakterien, Viren, Pilzen, Parasiten/Helminthen und deren Toxinen.
2. die Einpassung eines geeigneten (?) verträglichen Materials inklusive Schrauben- und/oder Klebermaterial.
Das ist nicht immer einfach zu entscheiden und kann individuell kinesiologisch ausgetestet werden.
Wie kann das neue (körperfremde?) Material optimal einwachsen, ohne Abstoßungsreaktionen, Allergien etc.?
Wie ist die lymphatische und nervöse Verbindung zu den Organen NACH einer Implantat-OP?

Und warum ist Zirkonium (als Oxid) als schweres Homologes von Titan deutlich geeigneter als Titan (als Metall)?

Kieferherd vs. Zahnherd

Beim Absterben des Zahnnervs pasieren mehrere Dinge gleichzeitig.
So werden etwa die Verbindungen zunehmend gekappt, und zwar zwischen lebendigem Gewebe IM Zahn und lebendigem Gewebe in Pulpamaterial und Zahnkiefer, also lokalem Knochengewebe.
Die Pulpa wird mit der Invasion von Gärungs- und Fäulnisbakterien sowie deren toxischen Stoffwechselprodukten nicht mehr fertig und wird bakteriell zersetzt: mit allen Konsequenzen des anaeroben Stoffwechsels, die ihrerseits wieder Metalle ansammeln. Denn: die Knochensubstanz ist weiter lebendig, ganz im Gegensatz zum Zahnmaterial (!).
Bei toten Zähnen muss also deutlich unterschieden werden zwischen Kieferherden (oft ‚NICO’s‘ genannt) und Zahnherden.
Kieferherde entstehen im Zuge lokaler Entzündungen, die mit Organen und Meridiansystemen verbunden sind (wie auch im ersten Teil beschrieben).
Kiefermaterial ist sehr anfällig gegenüber dem Mundmikrobiom und knochenrelevanten Mikronährstoffmängeln. Aber es ist auch sehr anfällig gegenüber oxidativem Stress – verursacht durch zB. Telefonieren. Der Einfluss in Breite und Tiefe wird (buchstäblich) vielfach deutlich unterschätzt und kann zum biochemisch bedingten Abbau von Knochenmaterial, Aktivität von Osteoklasten und Parathormon, Makrophagen und damit zur Eiterbildung und Entzündungsanheizung beitragen.
Die Haltbarkeit von Zahnmaterial im ‚toten‘ Zustand ist unterschiedlich – wird etwa definiert vom Kollagenzustand und Mineralisierungsgrad zum Zeitpunkt des Absterbens und damit ‚Verlegens‘ der Dentinkanäle. Eine zeitnah durchgeführte Depotphorese kann desinfizieren und den Zahn – obwohl tot – recht lange entzündungsfrei halten.

Eine Wurzelspitzenresektion am toten Zahn zerstört natürlich alle feinen Kanäle an der Zahnspitze – dort befinden sich erfahrungsgemäß die meisten Nerven und Kanäle, da die biochemische Kontaktoberfläche in dieser Region am größten ist.
Eine Spitzenresektion oder auch ein zu langes Warten nach Absterben des Zahns hat mit einiger Wahrscheinlichkeit eine Herdproblematik zur Folge, die ein Abwägen auf Zeit und schlussendlich ein Entfernen des Entzündungsgeschehens erfordert. Lokale Verkalkungen könnten auch zu Einschlussverbindungen von Toxinen führen; dies nachzuweisen ist allerdings schwierig.
Allerdings sind Einflüsse der Nachbar’Kieferregion‘ hier überlappend – mit unklaren Auswirkungen.
Das ‚Verlegen‘, also der Verschluss der überaus feinen Dentinkanälchen schließt Bakterien, Makrophagen, aber auch Toxine mehr oder weniger fest in den Zahn ein. Möglich ist also eine lokale Ansammlung von Enztündungsherden, die die Zahnsubstanz chemisch von innen schädigen. Auch wird die feine ’schwammartige‘ Struktur des vorher gesunden Materials langsam verstopft und vergröbert – vielleicht auch verkalkt. Man könnte auch sagen: der gleichmäßig feinverteilte Austausch reduziert sich auf die noch ‚offenen‘ Poren.
Diese spielen die Schlüsselrolle für ein späteres Geschehen und bestimmen Art; Schwere und Intensität der ‚Herdaktivität‘ – bezogen auf den toten Zahn!
Es ist also denkbar, dass wenige Kavitäten erhalten bleiben für einen Austausch mit der Mundflora: eine permanente ‚Dauerentzündung‘ ist vorprogrammiert.

 

Bedeutung für den Zeitpunkt des Zahnersatzes

Das alles hat individuelle Auswirkungen auf den Zeitpunkt und den Umfang von Zahnmaterialersatz.
Auch eine Elektrosmogfreiheit sowie ein Heilen des Materials spielen eine sehr sehr große Rolle.
Gegebenenfalls mag eine Sanierung von Mundmikrobiom erforderlich sein (Zahnreinigung, Ultraschall, Ozon oä.).
Und: es gibt große Unterschiede in Materialien, die aus Kunststoff bestehen und welchen mit mehr oder weniger Keramikanteil.

Titanmaterialien

Titanmaterialien sind zwar sehr hart und haben materialtechnisch gute Eigenschaften, können aber das Immunsystem irritieren, partiell durch Mikrorisse und chemisch zu Titandioxid oxidieren und damit Titan verfügbarer für den Körper machen.
Titandioxid hat seinerseits verschiedene Modifikationen (wichtig bei Korrosionsprozessen), nicht nur chemische Eigenschaften, die körperfremd sind, sondern reagiert auch auf physikalische Einflüsse wie Elektrosmog, Strahlung allgemeiner Art und – was viel wichtiger ist – auf in das umgebende Knochengewebe migrierten Quecksilber- und anderen Zahnmetallen wie Pd, die dort immer wieder gefunden werden. Stichwort Titanate bzw. Perowskit (Calcium-Titanat oder Calcium-Titan-Oxid als Dielektrikum – wahlweise auch als Sr-titanat oder in Verbindung mit anderen Metallen, die den gleichen Strukturtyp im Festkörper ausbilden – mit gleichen oder noch stärkeren physikalisch-elektrischen Eigenschaften).
Deshalb ist eine gründliche Entfernung, eine genaue Analyse eventueller Herde sowie deren fachgerechte Behandlung zwingend notwendig, wenn der Körper gesünder werden soll.
Das bezieht natürlich auch die damit in Verbindung stehenden Organe/Organsysteme und Muskeln ein.
Auch ist insgesamt in der Mundhöhle eine möglichst aus gleichen Materialien bestehende Sanierung zu empfehlen, um elektrochemisch Lokalelemente zu vermeiden, die nicht nur Stromschläge mit dem metallenen Kaffeelöffel verursachen können. sondern die Körperelektrizität insgesamt massiv stören.
Als essenziell wichtig erachte ich hierbei auch kolloidales Silizium zum mittel- und langfristigen Erhalt des Kieferknochens, des Dentins und nicht zuletzt auch der Zahnhälse und des Zahnschmelzes.

Dazu wird es in Kürze auch einen weiteren podcast geben (allgemeines Thema: Knochen, Osteoporose und Co.), weil das buchstäblich ‚in aller Munde‘ ist – um einen Buchtitel zu bemühen.

Die Sicht der Chemie

Ich möchte nochmals betonen: ich bin kein Zahnarzt, sondern Chemiker. Es ist aber immens wichtig, sich über dieses disziplinenübergreifende Thema vernünftig zu unterhalten, weil hier sehr viel Chemie und Orthomolekularmedizin sowie Biochemie und Toxikologie drinsteckt. Es geht nicht nur um Silizium, Vitamin D3, K2, Magnesium und Calcium.
Silizium schleppt noch mehr Substanzen aus ’nur‘ Calcium.
Über die Porengrößen habe ich an anderer Stelle schon geschrieben (s. Teil 1).
Eine weitere Wechselwirkung ist die mit Fluorid. Das ist leider umstritten, hat aber gleichwohl eine sehr große Wechselwirkung mit natürlichem Zahnmaterial – eben dem Calciummonofluorphosphat – aber auch mit Silizium, das etwa fähig ist, Fluorid zu binden. Im Ca5[F(PO4)3] kann das Fluorid dabei durch Hydroxid-Ionen ersetzt werden und das Material dabei an Härte verlieren. Die Frage ist, ob eine Fluoridierung die Zähne härter und widerstandsfähiger macht, oder ob dabei die Zähne zwar hart, aber auch brüchiger werden (was im Übrigen auch für die Kieferknochen gelten kann). Die komplexe Zusammensetzung des Apatits in der Natur bildet im Zahnschmelz ein Gegenstück des menschlichen Körpers. Hier darf auch Kieselsäure als Regulator seine Rolle finden – und es sind noch viele Dinge ungeklärt.

Ein weiteres kompliziertes Thema wäre die Rolle des silikathaltigen Glasionomerzementes und dessen Haftungseigenschaften an natürliches Zahnmaterial…

 

Literatur (neben den in Teil 1 genannten):
1. Lechner, Johann & Noumbissi, Sammy & von Baehr, Volker. (2018). Titanium implants and silent inflammation in jawbone—a critical interplay of dissolved titanium particles and cytokines TNF-α and RANTES/CCL5 on overall health?. EPMA Journal. 9. 10.1007/s13167-018-0138-6.
2. Dominik Nischwitz: In aller Munde. Unsere Zähne und ihre Bedeutung für die Gesundheit des ganzen Körpers. Mosaik Verlag,2019. ISBN: 978-3-442-39343-5
3. Podcast zum Knochenstoffwechsel, Osteoporoseprävention und Zusammenhängen

Derzeit in aller Munde und in allen Haifischen, besonders ihrer Leber: Squalen. Aber auch als Hilfsstoff für Impfseren war und ist es eine wichtige Zutat.
Aber: ist es per se schädlich oder gar giftig?
Und: ist es wirklich notwendig, Haie dafür zu töten?

Squalen ist chemisch gesehen ein ungesättigtes Triterpen und Zwischenprodukt im Cholesterinstoffwechsel.
Von Squalen lassen sich alle fettlöslichen Vitamine ableiten, also die Vitamine A, D, E und K sowie weitere wie Coenzym Q10 (wobei Q10=Ubichnon strukturverwandt und möglicherweise auch wirkverwandt mit Menachinon-Formen ist).
Das bedeutet, dass Squalen eine wichtige Rolle auch im menschlichen Stoffwechsel spielt – als Zwischenstufe in der Synthese von Cholesterin in der Leber und damit körpereigene Substanz.

Es kommt zum Beispiel auch in Oliven bzw. Olivenöl vor – vor allem in unreifen Oliven und möglicherweise auch in Olivenblättern und damit in Olivenblattextrakt.
Das Interessante dabei: Squalen polymerisiert leicht in Gegenwart von Sauerstoff – unter Oxidation der Doppelbindungen.
Durch die Eigenschaft als Antioxidans unterstützt es andere offenkettige Vitamine wie Lycopin (aus der roten Tomate) oder das gelbe Ubichinon (Coenzym Q10); allerdings ist es zehnmal weniger toxisch als die beiden genannten körpereigenen Stoffe, falls es sich im Fettgewebe anreichert. Bereits 10µM an Ubichinon und die gleiche Menge Lycopin wirken toxisch, während 100 µM Squalen im Körper keine toxische Wirkung hatte.
Squalen an sich ist bei Verwendung als Hilfsstoff bzw. Adjuvans nicht aktiv (1), sondern erst in Kombination mit anderen Inhaltsstoffen eines Impfserums. Dabei spielen neben der Menge und Kombination auch die Art der Verabreichung eine immens wichtige Rolle für eine Immunstimulation (oral, i.v.)
Das klingt auch plausibel, wenn man sich Molekül, Menge und Art der Doppelbindungen anschaut.

 

Seine Natur als körpereigene Substanz ist derart, dass es als Therapeutikum genutzt wird (2). Dabei ist aber darauf zu achten, dass es nicht weiter oxidiert wird und somit seine Wirkung verliert.
Haifischleberöl wird in der Krebstherapie eingesetzt sowie gegen atopische Ekzeme, die vielleicht am ehesten zum Formenkreis der Neurodermitis zählen.
Da Haifischleberöl zu 50-70% aus Squalen besteht, liegt der Schluss nahe, dass auch reines Squalen oder ähnliche Kombinationen wie in Haifischleberöl  eine derartige Wirkung haben.
Dies ist zum Beispiel auch in Olivenöl und vor allem in Olivenöl aus unreifen Oliven so, denn gerade hier sind Gehalt sowie  Haltbarkeit des antioxidativ wirksamen Squalens noch einmal verbessert.
Im Olivenöl hat man außerdem weitere stark antioxidative Verbindungen gefunden wie Vitamin E, Oleocanthal, Oleuropein, Hydroxytyrosol und weitere Polyphenole, die im Zuge der Erforschung der ‚mediterranen Diät‘ bzw. der mediterranen Ernährungsweise (zum Beispiel auch gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe in Rotwein bzw. südländischen Früchten und Tees) sich als sehr interessant herausgestellt haben und eine nähere Betrachtung sowie weitere Studien verdienen.
Damit hatte ich deshalb eingehendere Berührung, als dass die Beschreibung von Synergien zwischen kolloidaler Kieselsäure und Polyphenolen wie in Olivenöl für die Entwicklung eines Produkts erforderlich war. Diese Beschreibungen finden sich an anderer Stelle (3).
In neuerer Zeit haben Prof. Christine Lang und Dipl.-Ing. Andreas Raab eine bemerkenswert umweltfreundliche Alternative der Squalen-Gewinnung aus Hefebakterien entwickelt, die unbedingt eine nähere Betrachtung verdienen (4).

 

Die kursierenden Kontroversen bezüglich einer schädlichen Wirkung von Squalen beruhen im Wesentlichen auf einer Studie  aus dem Jahr 2000 von Asa et al., in der 144 Golfkriegsveteranen untersucht wurden. Bei 95% von ihnen wurden Antikörper gegen Squalen gefunden. Dabei muss allerdings auch bedacht werden, mit welchen Chemikalien und Metallen diese Soldaten noch in Kontakt kamen. Es kann also kein direkter Zusammenhang zwischen Squalen-Antikörpern und dem Golfkriegs-Syndrom hergestellt werden, zumal
1. kein Hinweis darauf gefunden werden konnte, dass Squalen als Impfadjuvans bestimmten Imfseren zugesetzt war und entsprechen Menschen verabreicht worden war
2. gravierende methodische Mängel an der Studie gefunden wurden.

Eine weitere Studie aus dem Jahr 2002 versuchte erneut einen Bezug herzustellen; allerdings war das ebenfalls unhaltbar, da die in Spuren gefundenen Mengen vermutlich auf Fingerabdrücke unzureichend gereinigter Laborgeräte zurückzuführen waren.
Denn: es ist natürlicherweise Bestandteil unseres Hauttalgs und auch in teilweise gesättigter oder ganz gesättigter Form eigentlich immer auf unserer Haut präsent.
Squalen wird (auch deshalb) industriell hydriert und zB. als Salbengrundlage eingesetzt; aber auch die Verwendung als Transformatoröl ist weit verbreitet. Das ist nicht neu, angesichts der Informationslage aber dennoch bemerkenswert.

 

Fazit:
Man darf schon sehr genau hinschauen, welche Substanz man vor sich hat, wie oxidationsempfindlich sie ist (lichtempfindlich fällt in diesem Fall aus, spielt aber eine Rolle für die oben erwähnten Vitaminoide Lycopin und Ubichinon!) und in welcher Kombination und Menge sie vorkommt (natürlicherweise in Pfanzen und/oder Tieren).
Weiterhin ist darauf zu achten, wie das Molekül sich bei Verarbeitung verändern kann.
Das ist bei anderen fettlöslichen Vitaminen bekannt; besonders bein Vitamin E (s. SELECT-Studie), aber auch bei bestimmten Tocotrienolen im Verhältnis zu Tocopherolen, die gleichsam Bestandteil in Naturstoffen sind.

1. wikipedia.de (abgerufen am 05.10.2020)
2. chemie.de (abgerufen am 05.10.2020)
3. Blog von rilling-healthcare.de (abgerufen am 05.10.2020) und jeweils zitierte Literatur.
4. Innovatives Verfahren zur Herstellung von Squalen mit Hefe (abgerufen 07.10.2020)
5. Corona-Impfstoff könnte eine halbe Million Haie das Leben kosten (abgerufen 19.10.2020)