Silizium – die Feuerwehr?
Die äußerst komplexe Natur des Siliziums und die aktuell vielfachen Nachfragen anlässlich der immer weiter ausufernden Projekte und podcasts – zuletzt mit Wolfram Kunz und an weiteren Stellen wie der Interbiologica in Wiesbaden – haben mich zu diesem Beitrag mit etwas merkwürdigem Titel gebracht.
Feuerwehr? Ist das nicht was mit Wasser und so?
Ja. Schon richtig.
Aber für was?
Professor Hecht hat immer von Silizium als der ‚Feuerwehr‘ gesprochen.
Damit meinte er nicht Zeolith, sondern die lösliche Kieselsäure – denn er hatte sich sehr intensiv und vielseitig auch mit löslicher Kieselsäure beschäftigt.
Lösliche Kieslesäure ist gelöst in: Wasser.
Kieselsäure ist damit Wassertransporter.
OK, klar soweit.
Aber das erscheint mir viel zu kurz gegriffen, deshalb hatte ich mich damals schon auf die Suche gemacht.
Und bin so oft fündig geworden, dass es schon fast weh tut (ja, da hilft Silizium tatsächlich auch!):
1. Entzündungen (sic!). Das betrifft nahezu alle Prozesse im Körper!
2. beim Knochenbau (in der Zone stärksten Wachstums/Reparatur)
3. beim Aufbau des Knorpels (auch hier in der Zone der Reparatur; hier ist allerdings ein anderes ‚Kollagen‘ am Werk, demzufolge sind die Prozesse andere
4. Regeneration der Haut (und Entzündungen bzw. Erkrankungen der Haut) und Schleimhaut (das ist sehr sehr weitläufig)
5. als Transporter für Calcium, Magnesium, aber auch andere wassertragende osmotisch aktive Teilchen
6. als frequenzaktives Teilchen (hier wird es besonders interessant, denn: Kieselsäure ist nicht gleich Siliziumdioxid!)
7. als wasserstrukturierendes Teilchen. Das ist keine Esoterik, sondern harte Wissenschaft, wie Gerald Pollack auch ausführlich in seinen Büchern beschrieben hat (https://waterjournal.org/ bzw. https://www.pollacklab.org/).
8. in der Krebsbekämpfung und -prävention (!). Das ist besonders interessant und weniger bekannt, weil – ja, warum eigentlich?
Schon vor 100 Jahren wurde es als antikrebsmittel eingesetzt – offenbar mit Erfolg, wie man auch bei Prof. Adolf Kühn nachlesen kann.
9. als austreibendes Teilchen – in bezug auf Entzündungen. Das wird immer wieder diskutiert und hat zahlreiche Praxiserfolge vorzuweisen. Allerdings ist auch das weiter erklärungsbedürftig: die austrocknende Wirkung bei höheren Konzentrationen stehen dem entgegen. Genau so wie die Frage: kann ich das bei Implantaten überhaupt einsetzen – etwa für die Zähne?
10. als Reizmittel. Das ist ebenso interessant, denn Kieselsäure ist ein interessantes Mittel für die Immunstimulation. das geht auch nicht bis ins Unendliche, also nicht nur in die Entzuündung hinein – keine Heilung ohne Entzündung – sondern hat regulative Eigenschaften (!). Dazu gehören die Anregung der B- und T-Zellen sowie von Makrophagen, allerdings passieren hier viele weitere Dinge, die auch literaturbelegt sind.
11. historisch gesehen wurde Kieselsäure schon früh eingesetzt in der Behandlung aller möglicher Erkrankungen wie zb. auch der Silikose bzw. Tuberkulose. Hier hat es offenbar eine einkapselnde und erregertargetierende wirkung, die noch nicht gut verstanden ist. Man weiß nur: es ist halt so.
12. Beim Verlust des Siliziums mit fortschreitendem Alter verliert der Körper zuerst Silizium und dann erst weitere Mineralien. auch das ist wenig bis gar nicht verstanden und ist nach meinem Verständnis alleine mit einem Mineralientransport nicht zu erklären.
13. Silzium ist der federführende Architekt mit Strukturgebung, aber auch InFORMation. Auch das ist wenig verstanden und wird immer wieder verspottet – andererseits ist das aber gelebte Praxiserfahrung. Jeder darf selbst entscheiden, was er hier glaubt.
14. die Kombinationen. Hier ist Silizium unverzichtbar; andererseits wird immer wieder argumentiert, dass Magnesium, Calcium, Omega3, Aminosäuren etc. wichtigere Vitalstoffe seien.
Hier möchte ich am liebsten eine Gegenfrage stellen – oder mit den Argumenten von Prof. Schulz antworten, der vor mehr als 100 Jahren schon gefunden hat, dass kein Gewebe ganz siliziumfrei ist – und dass seine Tabellen heute weiter verbreitet sind denn ja: Gehalte von Pflanzen, die wir täglich zu uns nehmen: Schachtelhalm, Gräser, Wurzelgemüse, Obst, ja selbst innere Organe von Tieren. Pilze.
Das oft genannte Argument, dass die damals verwendeten Gefäße aus siliziumhaltigem Quarzglas und nicht Borosilikatglas bestanden haben, lässt sich dadurch entkräften, dass Quarzglas eine große Härte aufweist und sich daraus wirklich wenig Kieselsäure potenziell herauslösen kann. Ja, es könnte die Messungen verfälscht haben, aber die Verfälschung der Werte setzt niemals die prinzipielle Aussage außer Kraft. Wie ja auch in neuerere Zeit bestätigt worden ist.
In bekannten Studien wurde Silizium fast immer in Kombinationen eingesetzt, etwa mit Magnesium/Calcium, Vitamin D, Cholin oder entsprechender siliziumreicher ‚Diät‘ oder Mineralien wie in Kieselerde oder Natriumsilikat. Oder Extrakten von Pflanzen.
Das liegt in seiner Natur. Man könnte argumentieren, dass das am Natrium lag oder am Vitamin D oder am Cholin.
Aber wenn fast überall ähnliche Effekte zu beobachten sind?
Und übergreifend über unterschiedliche Studiendesigns hinweg?
Natürlich sollte man hier weiter nachdenken: Die Dosis machts – frei nach Paracelsus.
Dieser Satz ist außerdem ein Kernsatz moderner Toxikologie, was dann wertvoll wird, wenn man die unterschiedlichen Formen zu unterscheiden weiß, die fast 75% der Erdkruste ausmachen. Wir können dem also nicht entgehen – warum nutzen wir diese Ressource dann nicht?
Man könnte natürlich testen – was ja auch aktuell Verbreitung findet. Glücklicherweise.
Mit empfindlichsten Messmethoden wie AAS und ICP-OES (bitte googeln, was das ist).
Damit möchte ich nur sagen: es ist hochaktuell und interessant, was sich gerade auf diesem Gebiet tut.
Und das wirft Fragen auf. Fragen, die beantwortet werden wollen.
Anwendungsfragen, die ein ebenso wertvolles wie breites Anwendungsspektrum hervorbringen.
Stand: 03/2026.
Literatur (Auswahl):
1. S. Rilling, Kompendium der Mineralstoffe und Spurneelemente, Haug 1993.
2. G. Bendz, I. Lindquist, The Biochemistry of Silicon and related problems, Springer 1978.
3. R.K. Iler, The Chemistry of Silica, Wiley VCH, 1979.
4. https://bruno-kugel.de/silizium-und-knochenstoffwechsel/ und dort zitierte Literatur.
5. A. Kühn: die Kieselsäure (F. Enke, 1926).
6. H. Schulz: Ueber den KieselsÄuregehalt menschlicher und thierischer Gewebe (1901);
weitere Details bei Voronkov 1975.
https://scispace.com/pdf/ueber-den-kieselsauregehalt-menschlicher-und-thierischer-1oapqys87q.pdf
7. K. Hecht, Siliziummineralien und Gesundheit (Spurbuch Verlag 2013).
8. G. Pollack, Wasser – viel mehr als H2O (VAK, 2014).
https://waterjournal.org/ bzw. https://www.pollacklab.org/






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